Die FRIEDA wurde als „Giekewer“, das heißt einmastig mit einer Kuttertakelung, Toppsegel und zwei Vorsegel geriggt.
Die anderen Ewer dieser Baureihe, wie z.B. das Schwesterschiff, die ANNA Baunummer 166, bekamen einen zweiten
Mast und werden „Besanewer“ genannt.

 

Der Ewer FRIEDA wurde schon mit stählernen Schiffsboden gebaut, im Gegensatz wie z.B. die JOHANNA,
die damals noch einen 100 mm Fichtenboden erhielt.

 

Ewer Frieda

DIE ERSTE REISE

Die erste Reise vom Ewer FRIEDA endete vor Pagensand auf dem Grund der Elbe.
Offensichtlich war vor Anker liegend Wasser durch eine nicht richtig geschlossene Lukenabdeckung gelaufen.

Die FRIEDA war mit 9000 Mark versichert, wurde abgeborgen und nach der Instandsetzung auf der Junge-Werft an die Schifferfamilie Barkmann verkauft. Der neue Schiffer Theodor Barkmann  ließ 1928 auf der Fack-Werft in Lägerdorf den ersten Schiffsmotor, einen 25 PS HMG Glühkopfmotor einbauen. In den dreißiger Jahren wurde der Ewer FRIEDA mittschiffs um 8 m verlängert und die Seitenschwerter, der Klüverbaum und das Rigg entfernt. Die Schifferfamilie Barkmann fuhr mit der FRIEDA  Getreide, Kunstdünger, Zement und viele andere Güter überwiegend auf der Elbe, Weser und Ostsee. Im August 1958 wurde die FRIEDA wegen Unrentabilität aufgelegt.

Im Jahre 1959 kaufte die Hamburger Mineralölfirma Ernst Jung die FRIEDA und machte mit ihr unter dem Namen
EJ 12 Versorgungsdienste  für die Schiffe im Hamburger Hafen. Die Firma Jung übereignete 1982 die EJ 12 an den Museumshafen Oevelgönne und das Vereinsmitglied Uwe Kröncke übernahm für DM 1,16 (inkl. Steuer) den ehemaligen Frachtsegler.

In den Jahren von 1983 bis 1986 wurde das Schiff mit viel Aufwand und Arbeitseinsatz von Grund auf restauriert. Bei der kleinen Werft Sietas an der Lühe wurde EJ 12 wieder auf Originalmaß verkürzt und nach alten Plänen aufgeriggt. Der Ewer bekam den ursprünglichen Namen FRIEDA zurück und segelt nun schon seit über 25 Jahre auf Elbe, Nord- und Ostsee.

Seit 2012 ist der Schiffbauingenieur und Schipper Jürgen Albers Eigner der FRIEDA, die noch die nächsten 100 Jahre als segelndes Zeugnis seiner Zeit fahren soll.